Straßenansicht nach Sanierung

ehemaliges Handwerkerhaus Alttolkewitz

Erfasst am 28.10.2018

Gebäudezustand
Guter Zustand
Kategorie
Sanierungskonzept
Objekt-Nr.
463
Ort

Alttolkewitz 18, 01279 Dresden


Informationen

Beschreibung

Das ehemalige Handwerkerhaus stand vor dem Abriss

Im historischen Ortskern von Alttolkewitz stand das ehemalige Handwerkerhaus seit etwa 15 Jahren leer. Die Überschwemmungen der Elbe und die Lage direkt an einer viel befahrenen Strasse taten ihr Übriges, um das denkmalgeschützte Gebäude dem Verfall preizugeben.

Baujahr
ca. 1870
Geschichte

Das Gebäude Alttolkewitz 18 gehört zur Bebauung eines ehemaligen Elbfischerdorfes außerhalb des Dresdner Stadtgebietes. Das Dorf soll 1873 abgebrannt sein, so dass für die überkommene Bebauung von einem Baujahr in den 1870er Jahren ausgegangen wird, ein gesichertes Baujahr liegt nicht vor.

Nutzung
Derzeitige Nutzung

Wohnen

Ursrpüngliche Nutzung
  • Entstehungszeit: Wohnen
  • Wohngeschäft
Fläche
Grundstücksfläche

Keine Daten vorhanden

Nutzfläche

Keine Daten vorhanden

Sonstiges

Bei Fragen können Sie sich gerne an das Büro hirt architekten wenden (www.hirt-architekten.de).


Sarnierungskonzepte

Ein Haus mit Geschichte

Schwieriger Standort

Fährt man von Laubegast kommend entlang der Elbe in Richtung Innenstadt führt die 20er-Kurve durch den historischen Alttolkewitzer Dorfkern. Markant steht hier der Straßengiebel des alten Handwerkerhauses Alttolkewitz 18 neben seinem „Zwillingsbau“ Traufe an Traufe.

Über 15 Jahre lang stand das Gebäude leer, wurde vom Hochwasser 2002 geflutet und verfiel zusehends. Alteingesessene Laubegaster kennen noch den alten Schuster, der seinen kleinen Werkstattladen zur Straße hin öffnete. Später wohnten hier Sänger, die in der Staatsoperette gastierten und temporär hier eine günstige Unterkunft fanden. Die Nutzung als kleine Gaststube lässt sich in den Archiven ebenfalls belegen.

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Der Abriss war schon geplant

Baulicher Zustand

Für das kleine verfallene Haus an einer vielbefahrenen Straße, dazu noch im Überschwemmungsgebiet der Elbe gelegen, schien der Abriss unvermeidlich. Aber getreu dem Motto „Alle sagen, es geht nicht. Dann kommt einer, der das nicht weiß, und der macht es einfach.“ fanden sich engagierte Bauherrn, die dieses Kleinod zu neuem Leben erwecken wollten.

Oberster Grundsatz war dabei, den historischen Charme und soviel historische Bausubstanz wie möglich zu erhalten. Daher wurden zunächst umfangreiche Bauzustandsuntersuchungen durchgeführt. Auf Grundlage der Holzschutzgutachten, Salzanalysen des Mauerwerks und statischen Bestandsuntersuchungen entwickelten die Architekten von hirt architekten ein Instandsetzungskonzept, das auch die Denkmalschutzbehörde überzeugte.

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Denkmalverträgliches Energiekonzept

Energetische Sanierung

Das zukünftige Einfamilienwohnhaus sollte aber auch modernen Nutzungsansprüchen genügen. Entsprechend des Energiekonzeptes wurde der KfW-Standard „Effizienzhaus Denkmal“ erreicht. Dazu wurde das Dach mit einer Holzfaser-Einblasdämmung gedämmt. Die Außenwände erhielten eine mineralische Innendämmung. Die Fenster wurden entsprechend den denkmalpflegerischen Vorgaben als Holzfenster erneuert. Glasschaumschotter wurde als Dämmung zum Erdreich und zum historischen Kellergewölbe hin eingebaut.

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„Platz ist in der kleinsten Hütte“

Denkmalpflegerische Besonderheiten

Um die beengten Raumverhältnisse im Gebäude optimal zu nutzen, wurde in allen Geschossen eine Fußbodenheizung eingebaut. Im Erdgeschoss wurde dies über Kupferrohre in Gussasphaltestrich realisiert. In den oberen Geschossen wurde die Fußbodenheizung aufwendig zwischen den Deckenbalken unter der Holzdielung verlegt.

Die Holzdeckenbalken sind von unten sichtbar. Durch die erhöhten Deckenfelder wirken die niedrigen Räume erstaunlich großzügig. Dies wird unterstützt durch die offene Grundrissgestaltung und das ausgeklügelte Belichtungskonzept. Insbesondere das eigentlich sehr enge Dachgeschoss wirkt dadurch sehr geräumig.

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Die Geschichte des Baudenkmals wird fortgeschrieben.

Denkmalpflegerische Besonderheiten

Die Idee, wie Altes mit Neuem an einem Baudenkmal vereint werden kann, lässt sich am Besten anhand der Innentreppen darstellen: Die historische Treppe zum Dachboden wurde aufgearbeitet und steht nun repräsentativ frei im Dielenraum. Blickfang ist jedoch die sachlich gestaltete neue Treppe ins Obergeschoss. Diese steht wie eine Skulptur im Raum. Der Kellerabgang ist unauffällig in die Treppe integriert. In der gleichen Sachlichkeit ist der moderne Windfang sowie der Badeinbau im Dachgeschoss gestaltet.

Damit das Gebäude auch für zukünftige Hochwasser gerüstet ist, wurde das Erdgeschoss so konstruiert, dass eindringendes Hochwasser schnell wieder abgeleitet werden kann. Empfindliche Bauteile und Einbauten lassen sich demontieren oder unaufwendig reparieren.

Durch Engagement der Bauherrn und dem Willen aller Beteiligten, Historisches zu bewahren und gleichzeitig moderne Nutzungsansprüche in eine zeitgemäße Formensprache umzusetzen, konnte dieses Baudenkmal vor dem Verfall gerettet werden.

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Bilder

Straßenansicht nach Sanierung

Historische Straßenansicht

Straßenansicht vor Sanierung

Giegel vor Sanierung

historische Innentreppe vor Sanierung

historische Innentreppe während der Sanierung

historische Innentreppe nach Sanierung

moderne Innentreppe als Raumelement

Fußbodenheizung zwischen den alten Deckenbalken

historische Bauerndecke

Gartenansicht nach Sanierung

Fassade mit neuem Windfang nach Sanierung

Straßenansicht nach Sanierung


Karte

Alttolkewitz 18, 01279 Dresden


Kontakt

Eigentümer / Ansprechpartner

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Ansprechpartner_in

Andreas Hirt
Tel.: 0351-7924176
E-Mail: info@hirt-architekten