Wohnhaus Straße des 18. Oktobers
Ursprüngliche Nutzung
Wohnen & Geschäft - Wohnhaus
Erfolgreiche Sanierungskonzepte
Sie haben Ideen, Anregungen oder Vorschläge zum Erhalt?
Kontakt aufnehmen-
Informationen
Sie brauchen mehr Informationen oder Informationen sind nicht korrekt?
Kontakt aufnehmen- Gebäudezustand
-
saniert
- Baulicher Zustand/Bauschäden
-
Guter Zustand, vermutlich in den 2010er Jahren saniert.
- Kategorie
-
herausragendes Konzept
- Objekt-Nr.
-
732
- Ort
-
- Beschreibung
-
Architektonisch ist das Wohnhaus dem in Leipzig beliebten Reformstil zuzuordnen. Charakteristisch sind die verputzte Fassade, der weitgehende Verzicht auf historische Ornamentfülle sowie eine ausgewogene, aber monumentale Fassadengliederung. Der zur Straßenseite ausgerichtete Altbau gliedert sich geschlossen in eine Reihe viergeschossiger Wohnhäuser ein. Das Gebäude steht auf einem rechteckigen Grundriss, wobei die öffentlich sichtbare Fassade durch einen hervorstehenden Mittelrisalit sowie zwei flankierende, halbrunde Risalite symmetrisch gegliedert wird. Diese Risalite erstrecken sich über die vier Hauptgeschosse, enden jedoch vor dem Dachgeschoss, welches stattdessen durch einen Tympanon abgeschlossen wird. Der Haupteingang befindet sich im Erdgeschoss des zentralen Risalits und wird von einem dekorativ gearbeiteten Bogen eingerahmt. Im Putz des hervorstehenden Portalbereichs sind gleichmäßige Steinquader angedeutet. Oberhalb der Tür schließt eine schmale waagerechte Fensterreihe an, deren Fensterpfeiler als fünf kindliche Figuren gestaltet sind. Im weiteren vertikalen Verlauf folgt ein kleines Wappenfeld mit den Initialen „R“ und „J“, welches mit floralen Elementen sowie Erntemotiven, wie Trauben und Blättern, dekoriert ist. Der Eingangsbereich wird durch einen halbrunden Segmentbogen abgeschlossen. In den folgenden drei Stockwerken wird die Fläche des Mittelrisalits durch jeweils sechs giebellose Fenster gegliedert, wobei die Zwischenräume mit Pilastern gestaltet sind. In die ionischen Pilaster sind Kanneluren gearbeitet und sie münden in ein simples Volutenkapitell. Seitlich des Risalits schließen Balkone mit Balustraden an und oberhalb wird er durch ein breites Gesims begrenzt. Auf Höhe der Balustraden sind Zierzeilen mit repetitiven Muschelmotiv angebracht. Die Balustraden setzen sich in die halbrunden Risalite fort und umschlingen diese, konträr zum Mittelrisalit werden die flankierenden Vorbauten nicht mit Gesims, sondern mit der gleichen Balustrade abgeschlossen. Die gesamte Fassade erfährt durch die Fenster eine feine Gliederung und ist einheitlich in einem beigefarbenen Putz gestaltet. Das rote Satteldach wird durch einen Dachgeschosseinschub mit aufgesetztem Tympanon unterbrochen. Im dreieckigen Giebelfeld ist ein einzelnes, zentrales Fenster, welches in einen herzförmigen Zierrahmen gefasst ist. Seitlich des Dachgeschosses befinden sich zwei symmetrische Tonnen- oder Fledermausgauben sowie vier Flachdach- oder Schleppgauben. An das Gebäude schließen im Bereich der Sockelzone, jeweils seitlich des Eingangs, zwei kleine Vorgärten an.
- Baujahr
-
1913-1915
- Nutzung
-
Derzeitige Nutzung
Wohnhaus
Geschichte
Der Straße selbst kommt eine besondere städtebauliche Bedeutung zu, da sie an den Sieg der Alliierten über Napoleon am 18. Oktober 1813 erinnert. Heute verläuft sie zwischen Bayerischem Bahnhof und Deutschen Platz. Ursprünglich war sie jedoch als repräsentative Achse zwischen der Leipziger Innenstadt und dem Völkerschlachtdenkmal konzipiert. Die Planung hierfür wurde maßgeblich von Hans Strobel geprägt, der von 1910 bis 1914 das Leipziger Stadterweiterungsamt leitete. Er entwickelte Heinrich Tscharmanns Idee einer Prachtstraße weiter. Sein Entwurf sah eine geschlossene Blockrandbebauung mit viergeschossigen großbürgerlichen Wohnhäusern und großzügigen Innenhöfen vor. Doch es wurden nur wenige der geplanten Gebäude verwirklicht, sodass seine Vision einer repräsentativen Prachtstraße weitgehend unverwirklicht blieb. Dieses Objekt zählt zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen der Planungsphase. Der Architekt ist nicht bekannt, die Gestaltung erfolgte jedoch im engen Zusammenhang mit Hans Strobels Vorgaben und Visionen für die Straße. Als großbürgerliches Mietshaus errichtet, wird das Gebäude noch immer entsprechend seiner ursprünglichen Funktion als Wohnhaus genutzt. Gemeinsam mit den benachbarten Altbauten bis zur Johannisallee bildet es eine geschlossene Straßenfront und lässt noch heute die vorgesehene Wirkung der repräsentativen Stadteinfahrt erahnen.
- Fläche
-
Grundstücksfläche
2455 m²
- Anzahl Gebäude
-
1
Sie haben mehr Infos oder die Daten sind nicht korrekt? Daten bearbeiten
Alle Bilder
-
-
photo_camera Eigenes Bild hinzufügen
Ähnliche Objekte
-
Helfen Sie mit und tragen Sie ein
Denkmal eintragen
Denkmal ein.